Erfurter Anwaltverein

Deutscher Anwaltverein - Anwalt der Anwälte.

„Anwälte erinnern“ – Mahnmal erweitert

Gedenken an die durch den Nationalsozialismus umgekommenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte

Berlin (DAV). Im Januar 2007 hat der Deutsche Anwaltverein (DAV) das Mahnmal „Anwälte erinnern“ eingeweiht. Damit wird den vornehmlich jüdischen Anwältinnen und Anwälten gedacht, die in Deutschland durch den Nationalsozialismus den Tod gefunden haben.

Auf einer im Garten des DAV-Hauses eingebetteten Plastik sind auf Messingtafeln die Namen der NS-Opfer verzeichnet. Diese wurde nun um weitere 33 Namen ergänzt, so dass nunmehr 580 Opfer verzeichnet sind. Die weiteren Namen betreffen Schicksale aus dem gesamten heutigen Bundesgebiet.

„Die Aufarbeitung unserer Geschichte kann niemals abgeschlossen sein. Das zeigt sich auch am Beispiel des Mahnmals“, sagt Rechtsanwalt Hartmut Kilger, DAV-Präsident. Es gebe noch zahlreiche Gegenden in der Bundesrepublik Deutschland, in denen die Aufarbeitung der Anwaltsgeschichte im Nationalsozialismus noch nicht stattgefunden bzw. erst vor kurzem begonnen hat. Daher könnten in Zukunft sicherlich weitere Anwaltsbiographien erforscht und zusätzliche Namen in das Mahnmal aufgenommen werden.

Für das Gedenken hat der DAV einen Ort mit einem besonderen Konzept geschaffen: Im Innenhof des DAV-Hauses in Berlin steht eine Plastik eingebettet in einen eigens dafür gestalteten Garten. Zentral von allen Seiten einsehbar steht die Plastik. Wie Buchseiten drehen sich große Flügel aus Metall um eine fest stehende Achse.

Im DAV-Haus gibt es eine Dokumentation mit weiteren biographischen Angaben zu den Namen mit einem Hinweis, auf welcher Tafel der Plastik sich der jeweilige Name befindet.

Dem DAV ist dabei durchaus bewusst, dass Anwälte im Nationalsozialismus nicht nur Opfer, sondern auch Täter waren. Mit dem Mahnmal soll den Opfern ein Zeichen gesetzt und gleichzeitig die Diskussion und Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte angestoßen werden.

Auch künftig wird der DAV bemüht sein, weitere Erkenntnisquellen zu nutzen, um die Geschichte weiter aufzuarbeiten. Hierfür wird das Projekt auch weiterhin wissenschaftlich betreut.

Der Ort ist über einen Durchgang über die Voltairestraße öffentlich zugänglich.

Pressemitteilung vom 15.09.2008

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