Erfurter Anwaltverein

Deutscher Anwaltverein - Anwalt der Anwälte.

Wenn zwei sich streiten…

Ein guter Anwalt fungiert als unabhängiger Interessenvertreter und Berater

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte? Das kommt vor. Nur dieser Dritte, das ist bestimmt nicht der Anwalt. Er wird Streitereien und Prozesse im Interesse des Mandanten oft verhindern. Dieser muss ihn nur rechtzeitig hinzuziehen. Ganz gleich, ob ein Anwalt für den Mandanten einen Streit durch gütliche Einigung oder vor Gericht aus dem Wege räumt: Der Erfolg seines Schützlings, sein Vorankommen – das ist zugleich der Erfolg des Anwaltes. Und das ist die Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Auch heute noch scheut so mancher den Gang zum professionellen Rechtsvertreter. Anwälte gelten als teuer. Doch hier haben viele ein völlig falsches Bild: Am besten, man stellt seinem Anwalt gleich zu Beginn einer Beratung die Frage nach den voraussichtlichen Kosten. Das ist für den Kunden ein Stück Sicherheit und für Anwälte selbstverständlich. Der Rechtsberater erklärt außerdem, ob Anspruch auf Beratungs- und Prozesskostenhilfe besteht.

Und wann geht man zum Anwalt? Ganz klar: So früh wie möglich. Frühe Beratung hilft, überflüssige Prozesse zu verhindern und unvermeidbare Prozesse zu gewinnen. Ein Anwalt ist unabhängiger Interessenvertreter und Berater. Er schützt vor Fehlentscheidungen und Übervorteilungen. er und seine Mitarbeiter sind darüber hinaus zur Verschwiegenheit gegenüber jedermann verpflichtet. Man kann also völlig offen mit ihm reden. Allerdings sollte man sich schon auf das erste Gespräch vorbereiten. Dann fällt es einem erfahrungsgemäß leichter, das eigene Anliegen anschaulich zu machen: Am besten notiert man in Stichworten, worum es geht, und zählt alle wesentlichen Fakten auf. Zudem sollten alle Unterlagen, die eine Rolle spielen könnten, zum Gespräch mitgebracht werden. Auch ist es sinnvoll, sich erste Gedanken darüber zu machen, welche Aufgaben man gegebenenfalls selbst erledigen und welche man dem Anwalt überlassen will.

Bevor der Anwalt nach außen hin die Interessen seines Mandanten vertritt, wird er mit ihm die Erfolgsaussichten erörtern, mit ihm zusammen den Umfang seiner Dienstleistung bestimmen und ihn über die voraussichtlichen Kosten informieren.

Liegt man sich richtig in den Haaren, wünscht so mancher seinem Gegner die Pest an den Hals, möchte ihn am liebsten per Prozess zu Boden ringen. Aber sollte man es wirklich darauf ankommen lassen? Bietet bei genauer Betrachtung eine schnelle gütliche Einigung vielleicht die besseren Möglichkeiten als ein langer Prozess? Ein Anwalt hilft bei dieser Entscheidung.

Folgende Aspekte spielen dabei – auch mit Blick auf die zu erwartenden Kosten – eine Rolle: Läßt sich die Rechtslage in diesem Falle eindeutig beurteilen? Gibt es Beweise über einen für den Mandanten günstigen Sachverhalt?

Manchmal ist ein Prozess unvermeidbar. Zum Beispiel, wenn sich die Gegenseite auf kein vernünftiges "Friedensangebot" einlassen will. Oder wenn die Gefahr besteht, dass eigene Forderungen verjähren. Auch hier gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Gütliche Einigung oder Prozess: Beides setzt voraus, dass man die Rechtslage realistisch einschätzt. Ein Anwalt ist dabei ein unverzichtbarer Berater.

Quelle: Deutscher Anwaltverein, Berlin (DAV-Pressespiegel 07/06), veröffentlicht im Bonner Generalanzeiger am 07.02.2006

Pressemitteilung vom 13.02.2006

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